Eine fokussierte, professionelle Unternehmenswebsite beginnt in Deutschland im niedrigen vierstelligen Bereich. Umfangreiche Projekte mit individuellem Design, Sonderfunktionen oder Shop-Anbindung liegen deutlich darüber. Angebote weit unterhalb dieser Grenze sind fast immer Baukasten-Vorlagen ohne Strategie.
Was kostet eine Website? Die ehrliche Antwort (2026)
Was eine professionelle Website kostet, welche fünf Faktoren den Preis bestimmen, welche Kosten laufend anfallen und wie Sie unseriöse Angebote erkennen.
Eine einzelne Zahl wäre eine unehrliche Antwort. „Website" beschreibt alles zwischen einer einzelnen Landingpage und einem Kundenportal mit Datenbankanbindung — die Spanne ist ungefähr so groß wie die zwischen einem Fahrrad und einem LKW. Beides transportiert etwas, der Preis hat trotzdem nichts miteinander zu tun.
Seriös wird die Frage erst, wenn man sie umdreht: Nicht „was kostet eine Website", sondern „was treibt bei meiner Website den Preis". Darum geht es im Rest dieses Artikels.
Was kostet es, eine Website erstellen zu lassen?
Der Preis entsteht aus fünf Faktoren. Wer sie kennt, kann jedes Angebot einordnen — und erkennt sofort, wo ein Anbieter spart.
1. Umfang und Seitenanzahl
Der offensichtlichste Faktor, aber nicht der wichtigste. Zehn Seiten kosten nicht das Zehnfache einer Seite: Das technische und gestalterische Fundament wird einmal gebaut, jede weitere Seite ist danach deutlich günstiger.
Deshalb lohnt es sich selten, an der Seitenanzahl zu sparen, wenn die Inhalte ohnehin gebraucht werden. Wer mit drei Seiten startet und ein halbes Jahr später auf zwölf erweitert, zahlt in Summe mehr als beim Start mit zwölf.
Ein Beispiel aus der Praxis: Bei Visoka Bau hat jedes der acht Gewerke eine eigene Seite bekommen statt eines Eintrags in einer Sammelliste — nicht um die Rechnung zu verlängern, sondern weil eine einzelne Leistungsseite für keinen dieser Suchbegriffe eine Chance gehabt hätte.
2. Individualität: Vorlage oder Maßanfertigung
Hier entsteht der größte Preisunterschied — oft um den Faktor fünf bei scheinbar „gleich großen" Websites.
Ein gekauftes Theme kostet ein paar Euro und sieht aus wie tausend andere Seiten. Eine eigene Gestaltung beginnt eine Ebene früher, bei der Positionierung: Wofür stehen Sie, was unterscheidet Sie vom Wettbewerb, und wie sieht das aus? Diese Arbeit ist unsichtbar im fertigen Produkt und trotzdem der Hauptkostentreiber.
3. Technische Anforderungen
Eine reine Informationsseite ist etwas anderes als eine Seite mit Buchungssystem, Kundenlogin, Warenkorb oder Anbindung an Ihr CRM. Jede Schnittstelle bedeutet Entwicklung, Tests und dauerhafte Wartung.
Fragen Sie sich bei jeder Funktion ehrlich: Brauchen wir das zum Start — oder klingt es nur gut? Die teuersten Funktionen sind die, die nach dem Launch nie benutzt werden.
4. Inhalte: Text, Bilder, SEO
Der am häufigsten unterschätzte Posten. Wer Texte, Fotos und die SEO-Grundlagen selbst liefert, spart real Geld. Wer sie liefern soll und dann doch nicht dazu kommt, bezahlt anders: mit Verzögerung.
Unfertige Inhalte sind der mit Abstand häufigste Grund, warum Projekte still stehen — mehr dazu unter wie lange eine Website dauert.
5. Betreuung nach dem Launch
Eine Website ist kein Möbelstück, das man einmal aufstellt. Updates, Backups, Sicherheitspatches und kleine Änderungen fallen dauerhaft an. Das kann monatlich pauschal laufen oder auf Zuruf abgerechnet werden — es sollte nur vor Vertragsschluss geklärt sein, nicht danach.
Die laufenden Kosten, die fast alle übersehen
Der Angebotspreis ist nicht der Gesamtpreis. Diese Posten fallen dauerhaft an, unabhängig davon, wer die Seite gebaut hat:
- Domain — die Adresse selbst, jährlich fällig.
- Hosting — der Server, auf dem die Seite liegt. Preis und Qualität hängen stark davon ab, wie viel Traffic und welche Technik dahinterstehen.
- SSL-Zertifikat — bei vielen Hostern inklusive, aber nicht bei allen.
- Wartung und Updates — besonders relevant bei WordPress: veraltete Plugins sind das häufigste Einfallstor für gehackte Seiten.
- Lizenzen — Themes, Plugins, Schriftarten oder Bildrechte laufen oft im Abo.
- Inhaltspflege — neue Texte, Bilder, Referenzen. Entweder Ihre Zeit oder externes Budget.
Diese Positionen sind einzeln unspektakulär und summieren sich über die Laufzeit einer Website — typischerweise vier bis sechs Jahre — auf einen Betrag, der den Erstellungspreis erreichen kann. Ein Angebot ohne Aussage zu den laufenden Kosten ist deshalb kein vollständiges Angebot.
Warum zwei Angebote so weit auseinanderliegen können
Wenn Sie drei Angebote für dasselbe Projekt einholen, werden Sie sehr unterschiedliche Zahlen sehen. Das liegt selten am Gewinnaufschlag, sondern fast immer an einer dieser drei Ursachen:
Unterschiedlicher Leistungsumfang. Enthält das Angebot Strategie, Texterstellung und Fotos — oder nur die technische Umsetzung von Material, das Sie liefern? Das sind zwei völlig verschiedene Projekte.
Unterschiedliche Fertigungstiefe. Ein angepasstes Standard-Theme und ein individuell entwickelter Auftritt sind beides „eine Website". Der Aufwand unterscheidet sich um ein Vielfaches.
Unterschiedliche Annahmen über den Rest. Manche Anbieter kalkulieren zwei Korrekturschleifen ein, andere unbegrenzte. Was nicht im Angebot steht, wird später nachberechnet.
Woran Sie ein unseriöses Angebot erkennen
Ein niedriger Preis ist kein Warnsignal. Diese fünf Dinge schon:
- Kein Festpreis und keine klare Grundlage. Seriöse Anbieter nennen entweder einen Festpreis für einen definierten Umfang oder einen Stundensatz mit Schätzung. „Machen wir dann schon" ist keine Kalkulation.
- Der Umfang steht nicht im Angebot. Wenn nicht schriftlich festgehalten ist, wie viele Seiten, wie viele Korrekturschleifen und welche Funktionen enthalten sind, ist jede Nachforderung berechtigt.
- Laufende Kosten werden nicht erwähnt. Siehe oben — wer sie verschweigt, verschiebt sie nur.
- Sie bekommen keinen Zugang zu Ihrer eigenen Seite. Domain, Hosting und Quellcode sollten auf Sie laufen. Andernfalls ist ein Anbieterwechsel später faktisch unmöglich.
- Ranking-Garantien. Niemand kann Platz 1 bei Google garantieren. Wer es tut, verkauft entweder Unwissen oder bewusst eine Unwahrheit.
Welche Fragen Sie vor der Angebotsanfrage klären sollten
Je präziser Ihre Anfrage, desto belastbarer das Angebot — und desto weniger Nachträge später. Diese sechs Punkte reichen aus:
- Was soll die Seite erreichen? Anfragen, Bewerbungen, Terminbuchungen, Verkäufe? Das Ziel bestimmt die Struktur.
- Wer ist die Zielgruppe? B2B und B2C brauchen unterschiedliche Ansprache und unterschiedliche Nachweise.
- Wie viele Seiten brauchen Sie realistisch? Eine grobe Liste genügt.
- Welche Funktionen sind Pflicht, welche wären nett? Diese Trennung spart am meisten Geld.
- Wer liefert Texte und Bilder? Der ehrlichste Kostenhebel überhaupt.
- Wer betreut die Seite nach dem Launch? Und zu welchen Konditionen?
Wenn Sie diese sechs Antworten haben, bekommen Sie von jeder seriösen Agentur ein belastbares Angebot statt einer Hausnummer.
Lohnt sich eine Agentur überhaupt — oder reicht ein Baukasten?
Das hängt weniger vom Budget ab als von der Rolle, die die Website spielt. Ist sie eine digitale Visitenkarte, reicht ein Baukasten oft aus. Ist sie Ihr wichtigster Vertriebskanal, wird sie zur Investition mit messbarer Rendite — und dann rechnet sich die Frage anders.
Was in dem Fall tatsächlich geliefert wird, welcher Ablauf dahintersteht und in welchem Rahmen sich das bewegt, steht auf unserer Seite zur Webdesign Agentur.
Den ausführlichen Vergleich beider Wege, mit den ehrlichen Nachteilen auf beiden Seiten, finden Sie unter Website erstellen lassen oder Baukasten.
Fazit
Die Frage „was kostet eine Website" lässt sich nicht mit einer Zahl beantworten, aber sehr wohl mit einem Verfahren: Klären Sie den Umfang, entscheiden Sie zwischen Vorlage und Maßanfertigung, trennen Sie Pflicht- von Wunschfunktionen, klären Sie, wer die Inhalte liefert, und lassen Sie sich die laufenden Kosten schriftlich geben.
Wer diese fünf Punkte vor der ersten Anfrage geklärt hat, bekommt vergleichbare Angebote statt Hausnummern — und zahlt am Ende für das, was er tatsächlich braucht.
Wenn Sie für Ihr Vorhaben eine konkrete Einschätzung wollen: Erzählen Sie uns davon. Sie bekommen innerhalb von 48 Stunden eine ehrliche Rückmeldung — auch dann, wenn ein Baukasten für Sie die bessere Wahl wäre.
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