06.07.2026
Wie lange dauert es, eine Website zu erstellen?
Die realistische Spanne
Eine klar umrissene Unternehmenswebsite ist meist in 3 bis 6 Wochen live. Umfangreiche Projekte mit Sonderfunktionen dauern länger. Der Zeitrahmen hängt weniger an der Technik als an Inhalten und Feedback.
Grobe Orientierung nach Projekttyp:
| Projekttyp | Typische Dauer |
|---|---|
| Landingpage / One-Pager | 1 – 2 Wochen |
| Unternehmenswebsite (5–10 Seiten) | 3 – 6 Wochen |
| Individueller Markenauftritt | 6 – 12 Wochen |
| Web-App, Portal oder Shop | ab 3 Monaten |
Diese Zahlen setzen eines voraus: dass das Projekt läuft. Die reine Arbeitszeit ist bei einer Unternehmensseite selten das Problem — die Kalenderzeit schon.
Was die Dauer bestimmt
- Inhalte: Liegen Texte und Bilder bereit, geht es schnell.
- Feedback: schnelle Abstimmungen = schneller Launch.
- Umfang: jede Sonderfunktion kostet Zeit.
- Entscheidungen: klare Ziele verhindern Schleifen.
Der ehrliche Teil dazu: Von diesen vier Punkten liegen drei bei dir. Das ist keine Schuldzuweisung, sondern die wichtigste Information für deine Planung — denn es bedeutet, dass du den Zeitplan tatsächlich in der Hand hast.
Inhalte sind der häufigste Grund für Verzögerung
Design und Umsetzung sind planbar. Texte nicht. „Die Texte schicken wir nächste Woche" ist der Satz, nach dem Projekte am häufigsten stillstehen — nicht aus Unwillen, sondern weil Texteschreiben neben dem Tagesgeschäft schwer unterzubringen ist.
Wer das früh weiß, plant es ein: Inhalte parallel zum Design erarbeiten, nicht danach. Oder von Anfang an vereinbaren, dass die Texte mitgeliefert werden.
Feedback-Schleifen summieren sich
Zwischen „Entwurf verschickt" und „Rückmeldung erhalten" liegt Zeit, in der nichts passiert. Bei vier Abstimmungsrunden mit je einer Woche Reaktionszeit ist ein Monat vergangen, ohne dass eine einzige Stunde gearbeitet wurde.
Zwei Dinge helfen: ein fester Ansprechpartner, der entscheiden darf, und gebündeltes Feedback statt tröpfchenweiser Anmerkungen.
Zu viele Entscheider
Wenn fünf Personen mitreden und drei davon widersprüchliche Wünsche haben, entstehen Schleifen statt Fortschritt. Eine Person sollte die Entscheidung treffen — Meinungen darf es viele geben.
Der typische Ablauf
- Strategie & Positionierung
- Konzept & Wireframes
- Design
- Umsetzung
- Testing & Launch
Als grobe Verteilung über sechs Wochen:
| Phase | Dauer | Woran du beteiligt bist |
|---|---|---|
| Strategie & Positionierung | 3 – 5 Tage | Kick-off, Ziele, Zielgruppe |
| Konzept & Wireframes | 3 – 5 Tage | Struktur freigeben |
| Design | 1 – 2 Wochen | Entwürfe abstimmen |
| Umsetzung | 1 – 2 Wochen | Inhalte liefern |
| Testing & Launch | 3 – 5 Tage | Abnahme |
Die Phasen laufen teilweise parallel. Entscheidend ist: In fast jeder Phase gibt es einen Punkt, an dem das Projekt auf dich wartet.
Was länger dauert, als die meisten denken
- Fotos. Ein Fototermin mit Vorbereitung und Nachbearbeitung kostet schnell zwei bis drei Wochen Vorlauf.
- Rechtstexte. Datenschutzerklärung und Impressum brauchen Prüfung, besonders bei Formularen oder externen Diensten.
- Domain- und Hosting-Umzüge. Bei einem bestehenden Auftritt sind Weiterleitungen und E-Mail-Konten mitzudenken — hier entstehen sonst echte Ausfälle.
- Freigaben in größeren Organisationen. Wenn Geschäftsführung, Marketing und Recht zustimmen müssen, ist das ein eigener Zeitblock.
Wie du es beschleunigst
Bereite Inhalte früh vor und benenne einen festen Ansprechpartner für Feedback. So bleibt das Projekt in Bewegung.
Konkret vor dem Start:
- Sammle vorhandene Inhalte an einem Ort — Texte, Logos, Bilder, Zugangsdaten.
- Kläre die Zugänge: Wer verwaltet Domain und Hosting? Diese Frage kostet erstaunlich oft Tage.
- Bestimme einen Entscheider mit Freigabebefugnis.
- Formuliere ein Ziel in einem Satz: Was soll die Seite bewirken?
- Blocke Zeit für Feedback-Termine, statt sie dazwischenzuschieben.
- Trenne Start und Ausbau. Nicht alles muss zum Launch fertig sein — eine Seite, die live ist, bringt mehr als eine perfekte, die es nicht ist.
Woran du einen unrealistischen Zeitplan erkennst
Ein zugesagter Termin sagt wenig darüber aus, ob er hält. Diese Anzeichen sprechen dagegen:
- Der Termin steht vor dem Umfang. Wer eine Dauer nennt, bevor geklärt ist, was gebaut wird, rät.
- Deine Mitwirkung kommt nicht vor. Ein belastbarer Plan benennt, was wann von dir gebraucht wird — Texte, Bilder, Freigaben.
- Es gibt keine Zwischenstände. Projekte ohne Meilensteine merken erst am Ende, dass sie zu spät sind.
- Feedbackzeiten sind nicht eingeplant. Ein Plan, der nur Arbeitszeit addiert, ignoriert die Hälfte der Kalenderzeit.
- „Alles gleichzeitig" statt Priorisierung. Wenn nichts wichtiger ist als der Rest, verschiebt sich am Ende alles zusammen.
Umgekehrt ist ein Zeitplan gut, wenn er unbequem ehrlich ist: mit benannten Abhängigkeiten, festen Feedbackfenstern und einem klaren Satz dazu, was passiert, wenn ein Termin gerissen wird.
Was nach dem Launch noch kommt
Der Launch ist kein Schlusspunkt. Direkt danach fallen üblicherweise an:
- Feinschliff in den ersten Tagen — Kleinigkeiten, die erst im Live-Betrieb auffallen.
- Indexierung bei Google — Tage bis Wochen, bis alle Seiten aufgenommen sind.
- Messung einrichten und beobachten, welche Seiten tatsächlich genutzt werden.
- Nachschärfen auf Basis echter Nutzung statt Annahmen.
Plane für die zwei Wochen nach dem Launch bewusst etwas Zeit ein. Wer den Termin auf den Tag vor dem Urlaub legt, verschenkt genau die Phase, in der Anpassungen am meisten bringen.
Häufige Fragen
Kann eine Website in einer Woche fertig sein? Eine einzelne Landingpage ja, wenn Inhalte fertig vorliegen und Entscheidungen sofort fallen. Eine vollständige Unternehmensseite realistisch nicht.
Warum dauert es länger, wenn ich die Texte selbst schreibe? Weil Texte neben dem Tagesgeschäft entstehen. Der Aufwand ist gering, die Kalenderzeit nicht — genau hier bleiben die meisten Projekte liegen.
Was passiert, wenn wir mitten im Projekt etwas ändern wollen? Vor der Design-Freigabe ist das unkritisch. Danach bedeutet jede strukturelle Änderung, dass Arbeit wiederholt wird — Zeit und meist Kosten.
Kann ich die Seite schrittweise veröffentlichen? Ja, und das ist oft die bessere Wahl. Mit den wichtigsten Seiten starten und den Rest nachziehen, statt monatelang auf Vollständigkeit zu warten.
Wie lange dauert es, bis die Seite bei Google auftaucht? Indexierung dauert Tage bis Wochen. Rankings für umkämpfte Begriffe brauchen Monate. Der Launch ist der Startpunkt der Sichtbarkeit, nicht ihr Ergebnis.
Fazit
Drei bis sechs Wochen sind für eine Unternehmenswebsite realistisch — vorausgesetzt, Inhalte liegen vor und Feedback kommt zügig. Die Technik ist selten der Engpass.
Wenn du den Launch beschleunigen willst, liegt der größte Hebel nicht bei der Agentur, sondern bei zwei Entscheidungen auf deiner Seite: Inhalte früh bereitstellen und eine Person benennen, die freigeben darf.
Sieh dir unseren Ablauf unter Webdesign Agentur an. Wenn du eine bestehende Seite ersetzt, gelten zusätzliche Regeln — nachzulesen unter Website Relaunch.

