07.08.2026
Website Relaunch: Wann er sich lohnt
Was ein Relaunch überhaupt ist
Ein Relaunch ist mehr als ein neues Aussehen. Gemeint ist die grundlegende Erneuerung einer bestehenden Website — Struktur, Technik, Inhalte und Gestaltung. Ein reines Auffrischen von Farben und Schriften ist ein Redesign, kein Relaunch.
Der Unterschied ist nicht akademisch, sondern entscheidet über Aufwand und Risiko. Ein Redesign lässt bestehende Adressen unangetastet. Ein Relaunch verändert in der Regel die Seitenstruktur — und genau dort entstehen die Fehler, die später teuer werden.
Woran du merkst, dass es Zeit ist
Selten liegt es an einem einzelnen Grund. Wenn dir mehrere dieser Punkte bekannt vorkommen, ist es so weit:
- Die Seite ist auf dem Handy mühsam. Der größte Teil deiner Besucher kommt mobil.
- Sie lädt spürbar langsam. Ladezeit kostet Besucher und ist ein Rankingfaktor.
- Du kannst Inhalte nicht selbst ändern. Jede Kleinigkeit über eine Agentur laufen zu lassen, bremst.
- Das Angebot hat sich verändert, die Seite erzählt aber noch die alte Geschichte.
- Es kommen kaum Anfragen über die Website, obwohl Besucher da sind.
- Die Technik ist veraltet oder es gibt Sicherheitswarnungen.
- Du zeigst die Seite ungern her. Kein weiches Kriterium: Ein Vertriebskanal, den man vermeidet, ist keiner.
Ein einzelner Punkt rechtfertigt selten ein komplettes Projekt. Drei oder vier zusammen fast immer.
Die drei Arten von Relaunch
Nicht jeder Relaunch bedeutet, bei null anzufangen. Die Frage ist, wo das eigentliche Problem sitzt:
| Art | Wann sinnvoll | Aufwand |
|---|---|---|
| Design-Refresh | Inhalt und Technik tragen, nur die Optik ist alt | gering |
| Technischer Relaunch | Inhalte passen, aber Ladezeit, Wartbarkeit oder Sicherheit nicht | mittel |
| Vollständiger Relaunch | Struktur, Positionierung und Technik stimmen nicht mehr | hoch |
Ehrlich betrachtet: Viele Projekte, die als „neues Design" beginnen, sind eigentlich Strukturprobleme. Wenn Besucher nicht finden, was sie suchen, hilft eine neue Farbpalette nicht.
Der teuerste Fehler: Rankings verlieren
Hier scheitern die meisten Relaunches — und zwar unbemerkt, weil das Ergebnis gut aussieht.
Wenn sich die Adressen deiner Seiten ändern und die alten nicht sauber auf die neuen weitergeleitet werden, verlierst du alles, was Google zu diesen Adressen wusste. Aus Sicht der Suchmaschine sind die alten Seiten verschwunden und die neuen völlig unbekannt. Sichtbarkeit, die über Jahre entstanden ist, ist dann weg — und der Aufbau beginnt von vorn.
Typischerweise fällt das erst vier bis acht Wochen nach dem Launch auf, wenn die Anfragen zurückgehen. Dann ist die Ursache schwer zu rekonstruieren.
Was dagegen hilft:
- Alle bestehenden URLs erfassen, bevor irgendetwas verändert wird. Vollständig, nicht nur die wichtigen.
- Eine Zuordnung alt → neu erstellen. Jede alte Adresse braucht ein Ziel.
- Dauerhafte Weiterleitungen (301) einrichten, nicht temporäre.
- Auf die passende Seite weiterleiten, nicht pauschal auf die Startseite. Eine Sammelweiterleitung auf die Startseite wertet Google faktisch als Löschung.
- Nach dem Launch prüfen: Weiterleitungen testen, Search Console auf Fehler kontrollieren, neue Seitenübersicht einreichen.
Dieser Schritt kostet wenige Stunden. Ihn zu überspringen kostet Monate.
Vorher messen, sonst weißt du nachher nichts
Der zweithäufigste Fehler: kein Ausgangswert. Wenn du nicht dokumentierst, wie die alte Seite lief, kannst du hinterher nicht beurteilen, ob der Relaunch etwas gebracht hat.
Sichere vor dem Start:
- Besucherzahlen und meistbesuchte Seiten der letzten zwölf Monate
- Anfragen pro Monat über Formular, Telefon und E-Mail
- Aktuelle Positionen deiner wichtigsten Suchbegriffe
- Ladezeiten der zentralen Seiten
- Eine vollständige Liste aller vorhandenen URLs
Ohne diese Werte ist jede spätere Bewertung Gefühlssache.
Der typische Ablauf
- Bestandsaufnahme — was ist da, was funktioniert, was nicht
- Ziele und Positionierung — was soll die neue Seite leisten
- Struktur — Seitenarchitektur und URL-Zuordnung
- Design — Entwürfe auf Basis der Struktur, nicht umgekehrt
- Umsetzung und Inhalte
- Test, Weiterleitungen, Launch
- Nachbeobachtung in den ersten Wochen
Rechne für eine übliche Unternehmenswebsite mit sechs bis zehn Wochen — etwas länger als ein Neubau, weil Bestand gesichtet und übertragen werden muss. Was den Zeitplan sonst noch bestimmt, steht unter wie lange eine Website dauert.
Häufige Fehler
Alles auf einmal ändern wollen. Design, Struktur, Technik, Inhalte und Domain gleichzeitig — dann lässt sich hinterher nicht sagen, woran eine Veränderung lag.
Gute Inhalte wegwerfen. Seiten, die Besucher bringen, gehören übernommen, nicht ersetzt, weil sie „alt" sind.
Launch ohne Testphase. Formulare, mobile Ansicht und Weiterleitungen gehören vor dem Umschalten geprüft.
Die Domain gleichzeitig wechseln. Wenn es sein muss, dann zeitlich getrennt vom Relaunch — sonst potenzieren sich die Risiken.
Nach dem Launch nicht hinschauen. Die ersten zwei Wochen entscheiden, ob kleine Probleme klein bleiben.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Relaunch? Für eine übliche Unternehmenswebsite sechs bis zehn Wochen. Umfangreiche Projekte mit vielen Bestandsseiten dauern länger, weil die URL-Zuordnung Zeit braucht.
Verliere ich beim Relaunch meine Google-Rankings? Nicht, wenn die Weiterleitungen sauber gesetzt sind. Genau daran scheitern die meisten Projekte — es ist der wichtigste technische Schritt überhaupt.
Kann ich meine Inhalte übernehmen? Ja, und das solltest du bei allem tun, was nachweislich funktioniert. Ein Relaunch ist kein Grund, bewährte Seiten zu löschen.
Lohnt sich ein Relaunch oder besser ein kompletter Neubau? Wenn die Struktur grundsätzlich trägt, reicht oft ein technischer Relaunch. Stimmen Positionierung und Aufbau nicht mehr, ist der Neubau meist günstiger als fortlaufendes Reparieren.
Wann ist der beste Zeitpunkt? Außerhalb deiner Hochsaison und nicht direkt vor einer Urlaubsphase. Plane die zwei Wochen nach dem Launch bewusst mit ein.
Was, wenn meine alte Seite bei einem Baukasten liegt? Dann sind Inhalte meist nur manuell übertragbar und die Weiterleitungen brauchen besondere Aufmerksamkeit. Warum das so ist, steht unter Agentur oder Baukasten.
Fazit
Ein Relaunch lohnt sich, wenn mehrere Signale zusammenkommen — mobile Bedienbarkeit, Ladezeit, veraltete Inhalte, ausbleibende Anfragen. Das Risiko liegt dabei fast nie im Design, sondern in der Technik dahinter: URL-Zuordnung, Weiterleitungen und ein sauber dokumentierter Ausgangswert.
Wer diese drei Punkte ernst nimmt, gewinnt mit einem Relaunch Sichtbarkeit. Wer sie überspringt, startet unfreiwillig bei null.
Du planst einen Relaunch? Sieh dir Webdesign Agentur an oder frag eine Einschätzung an.

